16. Dezember 2011

Museen in Bayern: Demokratisieren, regionalisieren finanzieren

Das Plenum diskutierte diesen Mittwoch auf Initiative der Grünen über die bayerische Museumspolitik. Die Grünen hatten im September ein Antragspaket eingebracht. In 16 Anträgen wird anhand konkreter Verbesserungsvorschläge – von neuen Konzepten für die Öffnung der Museen für kulturferne Bevölkerungskreise bis hin zur Einrichtung regionaler Museumspädagogischer Zentren - eine Neuausrichtung der bayerischen Museumspolitik gefordert. „Weiterwursteln wie bisher geht nicht mehr“, griff der kulturpolitische Sprecher Sepp Dürr in seiner Debattenrede Kulturminister Heubisch an.

Nur mit neuen Ideen und Konzepten und mit mehr Mitteln ließen sich die Hauptaufgaben lösen, vor denen die Museumspolitik stehe: Regionalisierung, Demokratisierung, Finanzierung. So habe der Oberste Rechnungshof erst dieser Tage das Kunstministerium gerügt, weil es die Empfehlungen des ORH, die Attraktivität der staatlichen Zweigmuseen abseits der Metropolregionen zu erhöhen, nicht umgesetzt habe. Statt um Vielfalt, kritisierte Dürr, kümmere sich die Staatsregierung einseitig v.a. um die Häuser in München. Den staatlichen Einrichtungen, so Dürr weiter, merke man nach wie vor ihre höfische Herkunft an.

Nötig seien neue Konzepte, um sie für kulturferne Schichten und Jugendliche zu öffnen und die Museen für sie attraktiv zu machen. Nach wie vor auch seien die Museen chronisch unterfinanziert: Wie die Staatsregierung auf eine Anfrage von Sepp Dürr einräumen musste, stünden in den nächsten fünf bis zehn Jahren für die Museen und Archive Investitionen von 1,5 bis 2 Mrd. € an. Schon allein deshalb verböte sich der Neubau für ein Museum für bayerische Geschichte, meinte Dürr. Einen Teilerfolg errangen die Grünen bei der Abstimmung. Immerhin drei Anträge wurden einstimmig angenommen: Die Staatsregierung muss berichten, wie sie die Magazin- und Depotsituation verbessern will, sie muss für die Museen neue Organisationsformen prüfen und die nichtstaatlichen Museen bei der Provenienzforschung mehr als bisher unterstützen.

Dr. Sepp Dürr
Kultur- und forschungspolitischer Sprecher
Tel: 089/4126-2733
Fax: 089/4126-1494
Email.: sepp [dot] duerr [at] gruene-fraktion-bayern [dot] de (Dr. Sepp Dürr)