Die Grünen im Bayerischen Landtag forderten in der heutigen Plenarsitzung die Staatsregierung mit einem Dringlichkeitsantrag (Drs. 16/11138) auf, den Landtag mündlich und schriftlich über die genauen Modalitäten des angestrebten Verkaufs der GBW-Anteile zu informieren. „Finanzminister Söder soll schriftlich berichten, warum aus Sicht der Staatsregierung eine Übernahme der Anteile durch den Freistaat ausgeschlossen sein soll“, erklärt die kommunal- und wohnungspolitische Sprecherin Christine Kamm.
Die Landtagsgrünen fordern, die GBW-WohnungsmieterInnen nicht nur durch eine Sozialcharta, sondern auch durch konkrete Zusatzverträge abzusichern. „Wichtig ist, dass als Partner ausschließlich Unternehmen berücksichtigen werden, die durch ihr Unternehmensleitbild und ihre Arbeit in der Vergangenheit gezeigt haben, dass sie sozialverträglich und nachhaltig wirtschaften und einen am Ertragswert orientierten Kaufpreis anstreben.“ Falls doch die Kommunen die GBW-Anteile übernehmen sollten, müsse ihnen der Freistaat auch so entgegen kommen, dass ihnen das auch tatsächlich möglich sei. „Die Staatsregierung darf in diesem Fall nicht die ganze Verantwortung auf die Kommunen schieben und gleichzeitig den höchsten Kaufpreis verlangen“, so Christine Kamm.
Welche dramatisch negativen Folgen ein Verkauf der 33.000 GBW-Wohnungen an private Investoren haben könnte, zeigen die Erfahrungen in Nordrhein-Westfalen: Dort wurden 2008 von der schwarz-gelben Landesregierung die 93.000 Wohnungen der LEG privatisiert; insgesamt halten Private Equity-Fonds in NRW nun 320.000 Wohnungen. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN in NRW und Vorsitzende der Enquetekommission zu diesem Thema, Daniela Schneckenburger, war am 23.01.2012 zu Gast bei Christine Kamm, wohnungspolitische Sprecherin der Grünen im Bayerischen Landtag.
Das Fachgespräch mit ihr haben wir hier - auch als Video - dokumentiert.
