Die Grünen im Bayerischen Landtag kritisieren den Vorschlag von Sozialministerin Christine Haderthauer, das geplante Betreuungsgeld massiv von 150 auf 500 Euro aufzustocken. „Wie eine Studie des Sozialministeriums erst kürzlich gezeigt hat, liegt das eklatant unterschiedliche Lohnniveau zwischen Männern und Frauen gerade im ländlichen Raum an der fehlenden Kinderbetreuung“, erklärt die gleichstellungspolitische Sprecherin Claudia Stamm.
Die Schere im Einkommen von Frauen und Männern, der so genannte Gender Pay Gap, liege in Bayern mit 25 Prozent höher als der bundesdeutsche Durchschnitt. „Vor diesem Hintergrund soll Ministerin Haderthauer lieber die Chancen auf eine Lohngleichstellung erhöhen, statt diese Alleinverdienerprämie aufzustocken.“ Dafür bräuchten die Frauen aber eine flächendeckende Kinderbetreuung mit einer hohen Qualitätsbetreuung. Diese würde auch der frühkindlichen Bildung zu Gute kommen, die ein wichtiger Baustein in Sachen Chancengerechtigkeit sei.
Wie die haushaltspolitische Sprecherin Claudia Stamm betont, spricht auch aus ökonomischer Sicht viel gegen ein Betreuungsgeld. „Schon bei der Summe von 150 Euro pro Monat entstehen laut einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung bezogen auf die aktuelle Kinderzahl und das Erwerbsverhalten der Eltern Kosten von 2,2 Milliarden Euro jährlich.“ Dafür sei das Geld schon nicht da. „Wie absurd ist es dann, noch eine Erhöhung zu fordern.“
