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Auftragsvergabe für Trojaner war rechtswidrig

Bei der Auftragsvergabe für den umstrittenen Bayern-Trojaner, eine Überwachungssoftware, die Polizei und Verfassungsschutz in Bayern zum Ausspähen privater Rechner verwendet haben, hat das Landeskriminalamt massiv gegen geltende Vergaberegelungen verstoßen. Zu diesem Schluss kommen die Landtagsgrünen anhand einer Schriftlichen Anfrage beim Innenministerium. „Das LKA hat direkt die Firma Digitask beauftragt, ohne wie vorgeschrieben andere Angebote einzuholen“, kritisiert die innenpolitische Sprecherin Susanna Tausendfreund. Darüber hinaus habe das LKA jeden Einsatz des Bayern-Trojaners als eigenen Beschaffungsvorgang gewertet – wohl, um damit eine europaweite öffentliche Ausschreibung zu umgehen. „Der Verdacht liegt nahe, dass hier bewusst gestückelt wurde, denn das Gesamtvolumen des Auftrags über 400.000 Euro hätte auf jeden Fall eine europaweite Ausschreibung erfordert.“

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Schultrojaner: Staatsregierung fehlt immer noch die Problemeinsicht

Ein von der Kultusministerkonferenz ausgehandelte Vertrag mit den Schulbuchverlagen sieht vor, dass  auf Schulrechnern und Rechnern von Lehrkräften eine Überprüfungssoftware eingesetzt werden soll, um  unerlaubte digitale Kopien von Schulbuchseiten zu entdecken. Nun sollte es endlich den geforderten Bericht hierzu im Rechtsausschuss geben. "Die mündliche Stellungnahme des Kultusministeriums zeigte erneut das fehlende Problembewusstsein der Staatsregierung", so Christine Kamm, Sprecherin für Datenschutz.

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EU-Datenschutzreform – wichtige Modernisierung darf bestehende Datenschutzstandards nicht aufweichen

Die EU-Kommission hat Anfang des Jahres den Entwurf für eine Verordnung zur Neuordnung des EU-Datenschutzrechts vorgelegt. Die Fortentwicklung des EU-Datenschutzrechts wird von der Grünen Landtagsfraktion ausdrücklich begrüßt. Die Herausforderungen eines globalisierten Datenschutzes machen eine Modernisierung zwingend erforderlich. Die Reform darf aber nicht dazu führen, dass bestehende Datenschutzstandards in Bayern abgesenkt werden. In die gemeinsame Sitzung des Europa- und Verfassungsausschusses brachten die Grünen deshalb einen Antrag ein, der an die Staatsregierung appelliert dafür zu sorgen, dass Mitgliedstaaten weiterhin individuell höhere Datenschutzstandards gewährleisten können.

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Fachgespräch: Neues Datenschutzrecht für Europa

Datenschutzbeauftragte verschiedener Unternehmen, Wissenschaftler, Rechtsanwälte, Fachpolitiker und interessierte Bürgerinnen und Bürger haben sich für ein Fachgespräch im bayerischen Landtag getroffen. Christine Kamm, Sprecherin für Datenschutz der grünen Landtagsfraktion und Mitglied im Europaausschuss hatte anlässlich der anstehenden Neuordnung des europäischen Datenschutzrechts zu dieser Veranstaltung eingeladen. Als Referenten informierten Jan-Philipp Albrecht, Mitglied im Justizausschuss des europäischen Parlaments und Dr. Thomas Petri, Datenschutzbeauftragter des Freistaats Bayern, die Teilnehmer. Unter den zahlreich anwesenden fachkundigen Gästen befand sich auch Thomas Kranig, Leiter des bayerischen Landesamts für Datenschutzaufsicht.

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Überbordende Datensammelwut: Grüne kritisieren Beharren der CSU auf Vorratsdatenspeicherung

Die Landtagsgrünen haben das massive Drängen der CSU, in Deutschland die umstrittene EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung umzusetzen, heftig kritisiert. „Die Vorratsdatenspeicherung ist ein hochproblematischer Eingriff in die Privatsphäre“, sagte Christine Kamm, die Sprecherin für den Datenschutz. „Nicht umsonst hat das Bundesverfassungsgericht ja auch das ursprüngliche Bundesgesetz gekippt und diesem Instrument äußerst enge Grenzen gesetzt.“

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0’Zapft Is – Fachgespräch zum Bayerntrojaner und den Grenzen staatlicher Überwachung

Anfang des Jahres hatte das Landgericht Landshut den Einsatz der einer Überwachungssoftware zum Zweck der Telekommunikationsüberwachung am Computer als rechtswidrig erklärt. Dass hier kein Einzelfall vorliegt hatten danach mehrere Anfragen der Grünen ergeben: Der sog. „Bayerntrojaner“ wurde seit 2009 in 22 Fällen durch das LKA und in drei Fällen durch das Landesamt für Verfassungsschutz eingesetzt.  Susanna Tausendfreund, innenpolitische Sprecherin der Fraktion, diskutierte u.a. mit dem Bayerischen Landesbeauftragten für Datenschutz und dem Präsidenten des Bayerischen LKA in welchem verfassungsrechtlichen Spannungsverhältnis der Einsatz dieser Ermittlungsmaßnahme stattfindet. “In diesem grundrechtssensiblen Bereich muss den Freiheitsrechten der BürgerInnen besondere Beachtung geschenkt werden“. Wer nicht selbst bei der gut besuchten Veranstaltung dabei sein konnte, kann sich die Vorträge auf unserer Homepage als Video ansehen.

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Rechtsrahmen für alle Geodatendienste schaffen

Im Anschluss an einen Bericht des Landesamts für Datenschutzaufsicht einigten sich alle Fraktionen im Verfassungsausschuss darauf, die  Grüne Forderung nach rechtsverbindlichen Regelungen für Geodatendienste wie Microsoft Streetside zu unterstützen. Mit dem Grünen Antrag wird die Staatsregierung beauftragt, sich unter anderem für ein gesetzlich verbrieftes Vorabwiderspruchsrecht einzusetzen. „Optimal wäre eine Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes. Eine Grüne Initiative dazu wurde bereits im Juli 2010 im Bundesrat eingebracht und ist seitdem leider immer noch nicht umgesetzt.“, so die Sprecherin für Datenschutz, Christine Kamm.

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Arbeitnehmerdatenschutz: Plagiatssoftware an Schulen verhindern

Die Grünen im Bayerischen Landtag fordern in einem aktuellen Dringlichkeitsantrag zum Plenum die Staatsregierung auf, auf den geplanten Einsatz von Software zum Aufspüren digitaler Raubkopien auf Schulcomputern zu verzichten. „Der Vertrag zwischen den Bundesländern und den Schulbuchverlagen muss wegen dessen Unvereinbarkeit mit den Grundsätzen des Arbeitnehmerdatenschutzes neu verhandelt werden mit dem Ziel, dass eine Durchsuchung von Schulcomputern mittels Plagiatssoftware unterbleibt“, erklärt die Sprecherin für Datenschutz, Christine Kamm.

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Datenschutz bei Notarztdokumentationssystem emDOC im Fokus

Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) verpflichtet Notärzte seit dem 1.1.2010, ihre Einsätze über die Dokumentationssoftware "emDoc" zu dokumentieren. Einige Notärzte bemängeln einen erhöhten Zeitaufwand durch die Dokumentation mit „emDoc“. Gleichzeitig liegen bei Notärzten erhebliche Bedenken im Bereich des Datenschutzes vor.

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ELENA - Datensammlung völlig unverhältnismäßig

Das Verfahren des elektronischen Entgeltnachweises (ELENA) ist seit 2010 im Teilbetrieb. Im Januar waren trotz der Aussetzung des Verfahrens bei der Zentralen Sammelstelle 445 Mio. Datensätze gespeichert – darunter hochsensible Daten wie Krankheitstage oder Kündigungsgründe. Auch Streiktage können erfasst werden. Dabei ist der Verwendungszweck dieser Daten nach wie vor nicht hinreichend definiert.

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Ihr Kontakt

Christine Kamm, MdL
Kommunalpolitische und wohnungspolitische Sprecherin, Sprecherin für Föderalismus, Bundes- und Europaangelegenheiten
Tel: 089/4126-2874
Fax: 089/4126-1874
Email.: christine [dot] kamm [at] gruene-fraktion-bayern [dot] de (Christine Kamm)