Im Umweltausschuss diese Woche wurde der grüne Antrag auf Reduktion des Antibiotikaeinsatzes in der Landwirtschaft abgelehnt. Vor dem Hintergrund, dass Bundesverbraucherministerin Aigner die Länder Anfang Januar zur Bewertung ihres Gesetzentwurfs zur Änderung des Arzneimittelgesetzes aufgefordert hat, haben die Grünen ihre Forderungen zu dieser Debatte in den Landtag eingebracht. Leider ohne Erfolg; zwar sind sich alle einig, dass der Antibiotikaeinsatz in der Tiermast reduziert werden soll, aber beim aktiven Handeln ducken sich die Regierungsvertreter lieber weg.
Die grüne Forderung nach einem Bericht über die in Bayern eingesetzten Mengen an Antibiotika wurde als zu aufwändig abgelehnt. „Warum NRW aber eine solche Studie bereits problemlos im November 2011 vorlegen konnte, lässt starke Zweifel an dieser Begründung aufkommen“, so Theresa Schopper, gesundheitspolitische Sprecherin. “Es ist skandalös, dass den zuständigen Ministerien solche Daten bislang fehlen und auch weiterhin fehlen werden.“ ie Forderung nach Überprüfung der Sinnhaftigkeit der derzeit geltenden Regelung, dass Tierärzte Medikamente vor Ort dem Tierhalter verschreiben und gleichzeitig verkaufen können, wurde ebenfalls als unnötig bezeichnet. Letztlich hätte man ja bereits vor Weihnachten ausführlich über eine Steigerung der Transparenz bei der Antibiotikavergabe in der Geflügelwirtschaft gesprochen, nun wolle man erst mal abwarten.
Die Zustimmung zum grünen Antrag und somit auch zur Schaffung von Anreizen für die Landwirte, die Bestandsdichten in den Ställen zu verringern, wäre ein echtes Bekennen für mehr Tierschutz und Verbraucherschutz aus Bayern gewesen.
